Heiligenbilder und homosexueller Anal- und Oralverkehr auf einer Leinwand, die unbefleckte Empfängnis durch Bildtitel verhöhnt „Mit wem hat sie gevögelt?“. Die einzige Frau, die Rosa von Praunheim zum Motiv seiner Bilder macht, ist Maria, voll der Gnade, der Herr ist mit dir. Ansonsten sind nur Herren zu sehen, die sich bis auf Papst Benedikt und Jesus miteinander vergnügen.
Aus der Kulturkirche in St. Egidien zu Nürnberg verbannt und bisher nur auf toleranten Pride-Veranstaltungen zu sehen, ziehen die provokanten Kunstwerke in das Bernsteinzimmer der HafenCity ein, um mit ihrer darstellerischen Wucht die Reserviertheit des Hanseaten zu testen. Opulente Collagen, rätselhafte Affirmationen wie „Liebe ist teuer, Vernunft umsonst“ und eine plakativ schwule Bildersprache runden dieses besondere Seherlebnis ab.
Rosa von Praunheim war nicht nur als Filmregisseur, sondern auch als bildender Künstler aktiv, dessen Werk oft provokante Themen wie Sexualität, Religion und LGBTQ+-Identität behandelt. Seine Malerei ist im Pop-Art-Stil gehalten, zeichnet sich durch kräftige Farben, expressiven Linien und markante Figuration aus und fokussiert sich häufig auf Außenseiter, Aktivisten und erotische Szenarien.
Zu seinen bekanntesten Ausstellungen gehörte „Jesus liebt“ (2023), die heilige Figuren mit homosexuellem Verkehr kombinierte und nach Kontroversen in Nürnberg in Galerien in München und Hamburg gezeigt wurde. Weitere Werke wie „Boys and Beasts“ (2022) oder „Rosa In The Sky“ (2026) zeigen sein malerisches Œuvre, das oft als Assoziationsträchtig und politisch beschrieben wird.
- Stil: Pop-Art, expressive Figuration, kräftige Farben.
- Themen: Homosexualität, Kritik an der Kirche, politische Freiheit, LGBTQ+-Aktivismus.
- Wichtige Ausstellungen: „Jesus liebt“ (Nürnberg, München, Hamburg), „Boys and Beasts“ (München), „Rosa In The Sky“ (Berlin, posthum 2026).
- Status: Rosa von Praunheim verstarb am 17. Dezember 2025 in Berlin.













