Erst mit Beginn ihrer Ausbildung bei der Polizei konnte sie sich ihre erste eigene Kamera leisten – und eröffnete sich damit eine neue Sicht auf die Welt. Während viele mit einer einfachen Polaroid oder Agfa zufrieden waren, träumte sie von der Perfektion und Tiefe einer Hasselblad, Mamiya oder Rollei.
Als ihre damalige Frau schwanger wurde, rückte der Traum, die Polizei zu verlassen und Fotografie zu studieren, in den Hintergrund. Die Verantwortung für Familie stand im Vordergrund – die künstlerische Leidenschaft musste zurücktreten, blieb aber immer Teil ihres Lebens. Auch wenn sie die Fotografie über Jahre nicht auslebte, hat sie sie nie verloren.
Mit 50 Jahren folgte ein tiefgreifender Wendepunkt: Ann-Kathrin Stein begann ihre Transition. Es war der Beginn eines langen, ehrlichen Weges zu sich selbst – ein Prozess der Neuordnung, der Klärung, des Loslassens. In dieser Phase veränderte sich auch ihre Fotografie spürbar: Ihr Blick wurde fokussierter, bewusster, emotionaler. Formen und Farben wurden Ausdruck innerer Empfindungen. Rundungen, sanfte Linien, warme Töne – all das steht für Zartheit, Geborgenheit, Selbstannahme.
Ein festes fotografisches Genre hat sie nie angestrebt. Architektur, Porträts, florale Details – alles fließt in ihre Arbeit ein. Entscheidend ist für sie nicht das Motiv, sondern die Beziehung dazu. Ihre Bilder machen sichtbar, was oft verborgen bleibt: stille Schönheit, Gefühl, Tiefe.









